// Tekeningen und objets non trouvés

/ Franz Burkhardt /

 – Sep 9 – Oct 21
 – vernissage: Sep 8, 6:00 pm

Franz Burkhardt | Tekeningen und objets non trouvés
special opening hours during DC Open 2017:
Saturday, September 09, 12-20h and Sunday, September 10, 12-18h

Visiting Franz Burkhardt´s exhibition “Tekeningen und objets non trouvés“ is like stepping onto a building site. A skip filled with debris stands prominently at the centre of the show. Both skip and debris are created by the artist – thus “objets non trouvés”. The skip also doubles up as a means of presenting some scattered drawings. A further, neat, cluster of drawings presented on a single wall acts as a counterpart to the demolition site – like a ray of hope in a deconstructed space. Burkhardt finds inspiration in old books and erotic magazines mainly from the 1950s and 1960s. His banal and erotic motives are questioned and counterbalanced not only by his masterful drawing skills but also by poetic or humorous texts that become integral components of the artworks. A temporary dimension becomes evident in Burkhardt’s work – beyond nostalgic connotations it becomes clear that his installation is about destruction and re-building -questioning the notion of contemporary cultural productivity. Does the viewer find himself confronted with de(con)struction? Or does he find himself in the midst of the completion of an old project? Does the art scene find itself to have become the wrecking ball of contemporary civilisation? Or is the modernist project – or some kind of other utopian idea – still being pursued?

Je nach Perspektive herrscht Auf- oder Abbruchstimmung in der Ausstellung „Tekeningen und objets non trouvés“ des Künstlers Franz Burkhardt. Dominiert wird der Raum von einem Baucontainer samt Schutt – beides Nachbildungen von Künstlerhand – und damit „objets non trouvés“. Zum installativen Gesamtinterieur gehören weitere Versatzstücke, die den Eindruck verstärken, einen Raum im Moment einer Umbruchsituation zu betreten. Einige Zeichnungen sind Teil dieser Installation der Demontage – und so werden die skulpturalen Elemente auch zu ihren Präsentationsträgern. Einen Gegenpol, eine Art Hoffnungsschimmer, bilden weitere Zeichnungen, die in ordentlicher, kompakter Salonhängung an einer Wand präsentiert werden. Als Inspirationsquelle für seine präzisen Bleistiftzeichnungen dienen dem Künstler unter anderem Abbildungen aus alten Büchern und Erotikmagazinen der 1950er/60er Jahre. Die vermeintliche Eindeutigkeit der alltäglichen und erotischen Motive wird durch teils poetische, teils humorvolle Textfragmente hinterfragt und so eine neue Bedeutungsebene erzeugt. In „Tekeningen und objets non trouvés“ wird auch eine zeitliche Dimension deutlich. Es ist nicht nur das nostalgische Moment, das stets in den Arbeiten Burkhardts mitschwingt: Das Gesamtinterieur selbst ist eine temporäre Intervention, dessen Vor- und Nachher nur als Idee vorhanden ist. Wird der Zuschauer mit Zerstörung und Dekonstruktion konfrontiert? Oder wird hier an einem alten Projekt weitergebaut? Wird die Kunstszene selber zur Abrissbirne der zeitgenössischen Zivilisation? Oder wird hier das Projekt der Moderne oder eine andere Utopie weiterverfolgt?