// INASMUCH

/ Katrin Bremermann /

 – Feb 3 – Mar 17
 – vernissage: Feb 2, 7:00 pm

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Auszug aus

Dr. Andreas Schalhorn

Just around the corner

Form und Raum in der Kunst von Katrin Bremermann

Katrin Bremermanns zentrales Thema das sie in ihren Werken seit vielen Jahren ebenso systemantisch wie spielerisch verfolgt, ist die Interaktion von Form und (Um)Raum. Diese lotet sie nicht nur in ihren mittels Knochenleim und Pigmenten, mit Öl- oder Lackfarben auf Baumwollstoff entwickelten Gemälden aus, die vielfach objekthafte Züge aufweisen, sondern auch in ihren Zeichnungen auf Papier. Diese besitzen aufgrund ihres Aufbaus und des Einsatzes von Farbe einen malerischen Charakter, wenngleich lineare Züge nicht fehlen.
[…]
Es genügt schon der Dialog von zwei nebeneinander ausgestellten Arbeiten, um Analogien und Abweichungen bildnerischer Formen gleichsam zum Schwingen zu bringen, wie beispielsweise das Gemäldepaar der Twins (Abb. S. 17) beweist. Andere Werke wiederum suchen gezielt die Kommunikation mit ihrer Umgebung und animieren die Betrachter, neue Standpunkte im Raum einzunehmen: So wandert in Two (Abb. S. 37) die Farbform über die Ränder der eigentlichen Bildfläche auf die schmalen Seitenflächen der Leinwand. Auch in Poker und Bird (Abb. S. 32-33) verschleift und überspielt Bremermann die Umrisse, Ränder und Seitenflächen ihrer Gemälde – und akzentuiert so deren Körperhaftigkeit. Die klassische Rechteckform der Leinwand wird dabei an einzelnen Stellen aufgelöst. Bei Two und Poker scheint sich das Verhältnis zwischen Figur und Grund umzukehren: Die eigentlichen Farb-Formen an den Rändern der Leinwand, die wie in den Papierarbeiten flächenmäßig zurücktreten und fragmentarische Züge gewinnen, werden zum Rahmen für die flächenmäßig dominierende weiße Grundierung oder die unbehandelte Leinwand.
Gemäß ihrem eigenen künstlerischen Temperament verhandelt Katrin Bremerann Frage, wie sie in der US-amerikanischen und westeuropäischen Kunst seit den 1950er Jahren (angefangen mit der Hard-Edge-Maerei) aufgeworfen wurden: Fragen nach dem Wesen, den Gesetzen und den Grenzen beziehungsweise Kontures des Bilds als konkrete Form […]

in: Katrin Bremermann – Works 2015-2017, S. 5-6



extract from

Dr. Andreas Schalhorn

Just around the corner
Shape and Space in the Art of Katrin Bremermann

The key theme Katrin Bremermann has pursued in her work for many years, in both systematic and playful manners, is the interaction of shape and (peripheral) space. She explores these in her paintings of bone glue and with oil paint or enamel pigments on canvas, often oject-like in their articulation, as well as in her drawings on paper. Not lacking in linear features, their structure and use of color lend them a painterly character.
[…]
The dialogue between two works on the wall suffices for analogies and divergences between the shapes to resonate, as with the paired paintings, Twins (Fig. p. 17). Other works, however, seek deliberate communiction with their surroundings, encouraging viewers to reposition themselves in the space. In Two (Fig. p. 37) the colored shape wanders over the edges of the actual picture’s surface onto the narrow sides of the canvas. In Poker and Bird (Fig. p.32-33) Bremermann blurs and crosses over the outlines, edges and side surfaces of her paintings, thereby accentuating their physicality. In certain places the classical square of the canvas dissolves. Two and Poker present a reversal of the figure-ground relationship: the acutal colored shape on the canvas edges, which as in the works on paper recede from the center and gain a fragmentary character, become the frame for the dominant white, or untreated canvas.
In keeping with her own artistic disposition, Katrin Bremermann negotiates questions posed in American and Western European art since the 1950s, beginning wiht the Hard-edge painting. She addresses questions about the nature, laws and limits, or more specifically, edges of the picture as a concrete form […]

in: Katrin Bremermann – Works 2015-2017, pp. 21-22, translated by Timothy Murray