// Drawings 2010-2013

/ Lucie Beppler /

 – May 4 – Jun 15
 – vernissage: May 3, 6:00 pm

„Zeichnungen sind Konzentrate von Zeit und Raum, Zukunft und Vergangenheit, psychischer, geistiger bis metaphysischer Erfahrung und Denken. Die Linie des Denkens. Mit der Zeichnung bewege ich mich jenseits der illustrativen, ästhetischen, materialistischen Formensprache.
Innerhalb der zeichnerischen Komplexität beschäftigen mich die abstrakten Strichführungen. Zeichnen in der Abstraktion beinhaltet: Offenheit, Autonomie, das Wesentliche, Distanz, bewusster und unbewusster Zugang zu verborgenen Strukturen, Gegensätze, Mikro- und Makrokosmos, assoziative Weite, Sprachlosigkeit, philosophische Erkenntnis und eine nicht mögliche Vereinnahmung durch ästhetische Systeme.
Die Auseinandersetzung mit Begriffen wie Reduktion Deduktion Transformation intensivieren sich. Zuordnungen wie: bezeichnet – gezeichnet / expressiv – existenziell sind ebenso möglich wie konzentriertes Arbeiten mit: Linie Fläche Raum Licht Dunkelheit. Verschiebungen von der formalen Oberfläche und Struktur zur Undurchdringbarkeit bis zu menschlicher Angst, Verletzlichkeit und Vergehen entstehen.“


Lucie Beppler


LUCIE BEPPLER | Drawings 2010-2013


exhibition may 03 – june 15, 2013

Die Zeichnungen von Lucie Beppler sind abstrakte, flächendeckende Bilder von großer Verschiedenheit in der Strichbildung und der Oberflächen-bearbeitung.

In konzentrierter Folge entstehen monochrome, transzendente Räume, durch serielle, informelle oder konstruktive, akkumulierte Strukturen erfahrbar, in Weiß, Grau und Schwarz.

Reduzierte feine lineare Blätter auf Gessogrund mit Silberstift, harten Bleistiften und Gravurnadeln ausgeführt, stehen neben dunklen tiefen Raumschichtungen die mit Ölstiften, Graphitstiften und Tusche bearbeitet sind. Verletzungen der Oberflächen, scharfe Einzeichnungen von Graten und Furchen ergeben einen haptischen, reliefartigen Charakter. Die Zeichnungen sind in mehreren Lagen streng durchgearbeitet. Fein unterlegte Quadrierungen, rasterartige Lineamente fangen die dichten Linienverknotungen, Durchkreuzungen, Überlagerungen und Liniennetze auf.
Die Intensität der Zeichnungen weisen sowohl radikale technische, wie geistige Entscheidungen auf, die an die reduziert abstrakten amerikanischen Zeichnungen anknüpfen, aber auch die universalen zeichnerischen Handschriften von der Renaissance bis zu einem expressiven Zeichenstrich einbeziehen.

Das verwendete Material und die Art der Bearbeitung sind Teil des Denkprozesses. Es findet bei der Betrachtung eine Verschiebung von der formalen Ebene auf existentielle Inhalte statt. In der Beschäftigung der Künstlerin mit Begriffen wie Deduktion Abstraktion – Licht Raum Zeit transformieren sich Form und Inhalt der Zeichnungen. Es sind gezeichnete „Erkenntnisprozesse“ in Form von Kompositionen auf Papier, die die Verletzlichkeit, Beschädigung, Endlichkeit mit einbeziehen.

Die Zeichnungen sind in bedeutenden internationalen Sammlungen vertreten, seit 2012 in der Sammlung des Deutschen Bundestages, Berlin.